SaFiVe: Das steht für Sachverständige für Finanzen und Versicherungen. Eigentlich ist die Gründerin, Marie Christina Schröders, aber noch einiges mehr als das. Sie ist Unternehmerin, Mutter, JungmaklerAward-Finalistin und manchmal auch Psychologin. Wie die ausgebildete Versicherungskauffrau ihr Unternehmen aus dem Nichts aufgebaut und sich ziemlich schnell einen festen Kundenstamm erarbeitet hat, verrät sie im Interview.

Du hast eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau und ein Studium in Versicherungsrecht abgeschlossen. Das hört sich nach einer klaren Linie an. Stand für Dich schon immer fest, dass Du in die Versicherungsbranche möchtest?

Christina Schröders: Meine ganze Familie ist in der Branche tätig und ich habe mir geschworen, ich mache alles außer das! Ursprünglich wollte ich Psychologie studieren, dafür war mein Abi aber zu schlecht. Zur Überbrückung der Wartesemester habe ich die Ausbildung und das Studium im Bereich “Versicherungen” gemacht. Hier habe ich schnell bemerkt: Wenn man den Job mit Wissen und Herz macht, kann das richtig Spaß und Erfolg bringen. Ich habe viel mit Menschen zu tun, bekomme deren Sorgen mit und habe fast das Gefühl, ich bin auch ein bisschen Psychologin. Kunden rufen mich an und fragen: “Kann ich das Auto kaufen?” Das zeugt von Vertrauen, Kundenbindung und dass es hier auch ganz viel um das Menschliche geht.

Wenn man den Job mit Wissen und Herz macht, kann das richtig Spaß und Erfolg bringen.

Wann und warum hast Du den Entschluss gefasst, Dich selbstständig zu machen?

Christina Schröders: Ich habe bei einem kleineren Maklerpool gearbeitet und war dort für die Beratung der Makler zuständig. Nach einigen Agenturberatungen, in denen ich sehen konnte, was da so falsch gemacht wird, drängte sich mir die Frage auf: Könnte ich das besser machen? Ich war zu der Zeit schwanger und habe die Elternzeit sozusagen als Startphase gesehen. Mittlerweile sind wir ein echtes Familienunternehmen. Hätte mir vor drei Jahren beim JungmaklerAward jemand gesagt, dass ich heute hier stehe, ich hätte es nicht geglaubt! Wir haben 2020 im Juli erstmalig einen Neukundenstop verhangen. Wie sagt Jungmakler-Coach Steffen Ritter immer so schön: Das Unternehmen kriegt sonst Wachstumsprobleme! Diese galt es erstmal aufzuarbeiten.

Hätte mir beim JungmaklerAward jemand gesagt, dass ich heute hier stehe, ich hätte es nicht geglaubt!

Thema “Frauen in der Branche”: Warst Du mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, denen sich ein Mann vielleicht nicht stellen muss?

Christina Schröders: Ich habe jung in der Branche angefangen und bin recht schnell in eine Führungspositionen gekommen. Da war es schwierig! Ich musste die Tür immer zwei Mal aufmachen. Erst war ich Frau und dann musste ich mit Wissen überzeugen. Heute habe ich diese Probleme nicht mehr. Sei es dem Alter oder dem veränderten Standing geschuldet. Ich glaube aber, dass Wissen hilft und wir haben sehr gut ausgebildete Frauen in der Branche, die es vielleicht nur nicht immer zeigen können. Wir Frauen stehen uns auch oft mit dem Anspruch an uns selbst, alles zu 100 Prozent machen zu wollen, im Weg: Ein Unternehmen führen, Kinder erziehen und nebenbei noch ein bisschen Sport machen und bei allem natürlich noch gut aussehen. Ich glaube also, das Problem liegt nicht nur in der Umwelt.

Ich musste die Tür immer zwei Mal aufmachen. Erst war ich Frau und dann musste ich mit Wissen überzeugen.

2018 hast Du es ins Finale des JungmaklerAwards geschafft. Wenn Du jetzt zurückblickst: Was hat sich seitdem für Dich und Dein Unternehmen verändert?

Christina Schröders: Es hat sich viel verändert. Ich habe ein Unternehmenswachstum von 20 bis 25 Prozent und das ganz ohne Werbung. Ich bin außerdem noch viel digitaler geworden und arbeite von überall auf der Welt – dazu hat mich auch Basti Kunkel inspiriert. Wir sind insgesamt professioneller und – das war eine Empfehlung aus dem JungmaklerAward – teurer geworden. Ich habe einiges aus dem JungmaklerAward umgesetzt, was mich vorangebracht hat. Nur die reine Zielgruppenfokussierung, damit möchte ich mich nicht anfreunden.

Wir sind professioneller und – das war eine Empfehlung aus dem JungmaklerAward – teurer geworden.

JungmaklerAward 2021Wen würdest Du als Dein persönliches Vorbild bezeichnen?

Christina Schröders: Den deutschen Mittelstand! Kleinere Familienunternehmen, die sowohl wirtschaftlich als auch ethisch korrekt handeln, haben mich immer fasziniert. Ich wollte immer lieber ein kleines, gut funktionierendes Unternehmen führen, als ein großes, nur auf das Gewinnmaximum ausgerichtetes. Ich mag Menschen, die wirtschaftlich handeln und die Ethik dabei nicht vergessen.

Alle Jungunternehmer, die ebenfalls ihre Chance nutzen und ihr Unternehmen aufs nächste Level heben möchten, finden Infos, News und die Anmeldung zum JungmaklerAward 2021 unter: www.jungmakler.de 

 

Titelbild: © Andrea Holletschke

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