Persönliche Notfallplanung: Mehrwert statt Falle

Wo beginnt unerlaubte Rechtsberatung und was darf ein Vermittler

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Die Nachfrage, mit Vorsorgevollmachten, Patientenverfügung und persönlicher Notfallplanung rechtlich selbstbestimmt zu bleiben, ist den jüngsten Jahren stark gestiegen. Gerade durch die Corona-Pandemie ist der Fokus darauf noch stärker geworden. Viele Kunden fragen inzwischen auch bei ihrem Finanzdienstleister nach Informationen, Unterlagen und Hilfestellung. Einerseits kann und sollte man als Vermittler oder Berater das Thema aufgreifen, anderseits müssen einige Dinge beachtet werden, damit es nicht zur Falle wird.

Was darf ein Vermittler oder Berater auf keinen Fall tun?

Er darf seine Kunden nicht zu den Details in eine Vorsorgevollmacht beraten, weil dies nur bestimmten Berufsständen (Juristen) vorbehalten ist. Das heißt konkret: KEINE Beratung im Einzelfall. Das würde immer dann der Fall sein, wenn zu den Inhalten von Vorsorgevollmachten konkret beraten wird.

Was ist erlaubt?

Allgemeine Informationen über Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, auch über diverse Medien, sind jederzeit möglich. Ebenfalls erlaubt ist, die rechtlichen Grundlagen im BGB aufzuzeigen und deren Auswirkungen an allgemeinen Beispielen darzulegen. Das Gleiche gilt für erbrechtliche Themen.

Die Erstellung der Dokumente kann dann der Kunde selbsttätig handschriftlich, mit Formularen, oder durch einen Juristen erledigen. Vor allem dürfen Vermittler dies im Rahmen der Haupttätigkeit der Finanz- und Versicherungsberatung tun.

Für den Kunden ist es absolut wichtig zu wissen, wann er geschäftsunfähig wird und dann unter gerichtlicher Betreuung (lt. §1896 BGB) steht, dann auch die Verwendung der Geldleistungen aus seinen Versicherungsverträgen der Kontrolle des Gerichts unterliegen.  Dies geschieht im Rahmen der Rechenschaftspflicht eines Betreuers gemäß §§1840ff. BGB. Genauso sind Sparanlagen betroffen, wenn diese nicht direkt für laufende Kosten verwendet werden, müssen Vermögens- und Sparanlagen lt. § 1806f. BGB mündelsicher angelegt werden.

Das finanzielle Risiko im Pflegefall ist ein weiteres Beispiel aus der Finanz- und Versicherungsberatung. Hier liegt es nah beieinander, dass neben den finanziellen Risiken auch rechtliche Probleme auftreten. Denn viele Pflegefälle etwa nach Unfällen, durch Alzheimer, Demenz haben auch die Geschäftsunfähigkeit zur Folge.

In Deutschland gibt es täglich über 600 Fälle, in denen ein Betreuungsgericht im Zuge eines Betreuungsverfahrens das Zentrale Vorsorgeregister anfragt, um zu prüfen, ob eine Vorsorgevollmacht vorliegt und damit eine gerichtliche Betreuung vermieden werden soll. Dies ist kein extrem seltener Einzelfall.

Die persönliche Notfallplanung ist daher ein erheblicher Mehrwert für die Kunden und besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen:

Im ersten Bereich geht es um die finanzielle Vorsorge. Die Lösungen müssen je nach Situation auf die Kunden angepasst werden, damit im besten Fall ein lückenlose Einkommenssicherung gewährleistet ist. Diese beginnt im Bereich der Krankenzusatzabsicherung, über die Arbeitskraftabsicherung mit geeigneten Tarifen, Unfallschutz, Altersvorsorge und Vermögensaufbau, Pflegeabsicherung, Bestattungsvorsorge bis hin zur Hinterbliebenenabsicherung.

Der zweite Bereich ist die rechtliche Vorsorge. Es geht darum mit rechtskonformen Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und je nach persönlicher Situation zusätzlich Sorgerechtsverfügung, Tierverfügung, Unternehmervollmacht usw. selbstbestimmt zu bleiben. In dem die Menschen, denen ein Kunde am meisten vertraut, rechtlich befähigt sind, Entscheidungen zu treffen. Wie bereits beschrieben, darf hier allgemein informiert werden. Die Erstellung ist dann dem Kunden selbst überlassen, juristische Hilfe ist für die meisten Kunden empfehlenswert.

Der dritte Bereich, die organisatorische Vorsorge, verbindet rechtliche und finanzielle Vorsorge. Hier geht es darum, der Familie Hilfestellung und Entlastung für diese Notsituationen zu geben. Auch hier kann ein Finanzdienstleister echte Mehrwerte schaffen, die Kunden meist dankbar annehmen.

Hier besteht keine Gefahr, eine unerlaubte Rechtsdienstleistung zu erbringen, weil es sich ausschließlich um organisatorische Leistungen handelt.

Worum geht es dabei?

Was nützen die besten Versicherungen, wenn niemand davon weiß und im Ernstfall innerhalb der vorgegebenen Fristen Leistungen beantragt? Was nützen Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen, wenn niemand weiß, wo diese liegen? Was bringt es, wenn diese Dokumente nach Jahren nicht mehr rechtskonform sind und deshalb nicht überall anerkannt werden?

Aus Sicht unserer Kunden: NICHTS!

In der persönlichen Notfallplanung steht die Familie im Mittelpunkt. Es geht darum, die Auswirkungen von schweren Krankheiten, Unfällen, Pflege- oder Todesfällen aber auch die Konsumfähigkeit im Alter auf die gesamte Familie zu betrachten. Und im Vorfeld entsprechende Lösungskonzepte, die über den klassischen Versicherungsverkauf gehen, zusammen zu stellen.

Was wollen unsere Kunden wirklich:

  • eine Vertrauensperson und Versicherungen die auch unkompliziert zahlen,
  • füreinander da sein, und „Niemandem zur Last fallen“,
  • ein guter Vater, eine gute Mutter sein und dafür sorgen, dass die Familie finanziell nicht “ins Rutschen kommt“, wenn mal was passiert.

Der dritte Bereich beinhalt ein einfaches und logisches Konzept, in dem sichergestellt wird, dass Vollmachten und Verfügungen sicher verwahrt sind, und im Ernstfall 24/7 zur Verfügung stehen. Die Familie informiert wird und mit einem klaren Plan in der Lage ist, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun. Durch regelmäßiges Überprüfen der Dokumente ist sichergestellt, dass diese auch in zehn, 20 oder 30 Jahren rechtskonform sind. Regelmäßige Überprüfung der finanziellen Versorgung sichert die Existenz.

Und genau das vereint die Generationenberatung. So entsteht ein Konzept, das rechtliche, finanzielle und organisatorische Elemente so verbindet, dass Familien entlastet werden. Und das so, dass sie rechtlich füreinander da sein dürfen, finanziell nicht „ins Rutschen“ kommen und einfach vorbereitet sind. Hier sind außerhalb der unerlaubten Rechtsberatung viele Ansatzpunkte, um Umsatz zu generieren. Sowohl im Bereich der finanziellen Vorsorge und auch der organisatorischen Dienstleistung.

Ein weiterer Vorteil für den Kunden ist, dass er einen Ansprechpartner hat, der die Themen ganzheitlich betrachtet und die Konzepte nicht bei dem Aneinanderreihen von Versicherungs- und Finanzprodukten endet, ondern die Auswirkungen im Alltag der Familie mit vorsorglichen Regelungen berücksichtigt werden.

Der Vorteil für Vermittler und Berater ist, eine deutlich bessere und positivere Wahrnehmung, eine Positionierung in der Region und damit verbunden eine deutlich höhere Empfehlungs- und Cross-Selling-Quote und damit mehr Umsatz.

Um dies zu erlernen, wie die Beratung rechtssicher und erfolgreich funktioniert, dazu führt Steffen Moser mehrfach im Jahr die Masterclass of Generationconsulting an verschiedenen Standorten in Deutschland durch.

Professionelle Generationenberatung – MasterClass of Generationconsulting (professionelle-generationenberatung.de)

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