In der Sondersendung des #wirzusammen Podcasts geht es um eine digitale Lösung, die die tägliche Arbeit von Vermittlern und Vertrieben maßgeblich erleichtert. Im Interview sprach der Geschäftsführer von easy Login, Herr Marek Ullrich, mit Dr. Rainer Demski über die Neuerungen und Highlights des neuen Portals und wirft auch in die kritischen Phasen des Projekts einen Blick.

Dr. Rainer Demski: Lieber Herr Ullrich, für diejenigen, die easy Login noch nicht kennen: Die Historie des Unternehmens liegt in einer Brancheninitiative. Wenig später wurde dann schon eine GmbH gegründet. Wie ist easy Login damals entstanden und welche Probleme wurden für die Branche bis dato gelöst?

Marek Ullrich: Das ursprüngliche Problem, das es zu lösen galt war, dass für das ganze Geld, die Liebe und Zeit, die die Versicherer in ihre Extranets investierten, die Makler die Versichererportale viel zu selten nutzten. Begründet wurde das damit, dass jeder Makler eine Vielzahl an Zugangsdaten hatte, die sich teilweise auch in der Art und Weise der Bedienung unterschieden. Es gab je nach Versicherer zum Beispiel die Loginverfahren Benutzerkennung und Passwort, Hardwaretoken, mobileTAN, Gridcard oder Browserzertifikate. Deshalb haben die Versicherer dann 2009 eine Initiative gegründet, um das Problem der vielen Zugangsdaten gemeinschaftlich zu lösen.

Dr. Rainer Demski: Das war dann zuerst eine Initiative und dann habt Ihr eine Firma daraus gemacht.

Marek Ullrich: Das ist richtig. Die Initiative besteht aus dem Trägerverein, dem Single Sign-On e. V., und die Versicherer werden dort auch Vereinsmitglieder. Die easy Login GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Vereins. Dort findet letztendlich auch der operative Betrieb statt.

Dr. Rainer Demski: Das bedeutet also, Sie versuchen mit der Lösung einen gemeinsamen Schlüssel für den weitläufigen Dschungel der vielen verschiedenen digitalen Zugänge im Unternehmen zu schaffen. Also eine Lösung für alle Zugänge.

Marek Ullrich: Vollkommen richtig. Wir wollen das Passwortdickicht lichten. Wir sagen auch gerne:  easy Login als Türsteher prüft, welcher Makler zu welchen Versicherern rein darf. Der Türsteher ist der, der zunächst die digitale Identität des Maklers feststellt und ihn dann sicher zu den Versichererportalen begleitet.

Dr. Rainer Demski: Der Türsteher ist verbildlicht, ich nehme mal an, es ist ein sehr freundlicher Türsteher (lacht).

Marek Ullrich: Ja unbedingt! (lacht)

Dr. Rainer Demski: Die Lösung ist im Laufe der Jahre immer weiter professionalisiert worden. Seit Anfang 2020 steht die so genannte „Trusted German Insurance Cloud (TGIC)“, also ein neu integrierter Service, für die Nutzer zur Verfügung. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Marek Ullrich: Es ist eine andere Technologie, die wir in der easy Login-Initiative eingebunden haben. Am Markt gab es anfangs zwei Initiativen und einige Versicherer haben sich auf die Technologie der TGIC fokussiert. Das war aber natürlich nicht das Ziel, denn man wollte ja ein Single Sign-On-Portal für die Versicherer und die Versicherungsmakler, nicht zwei. Deshalb war Teil der Vereinbarung, dass zukünftig mit easy Login nur noch ein Portal angeboten wird und dieses Portal die Technologie der TGIC verwendet, um darüber dann alle Versicherer erreichbar zu machen.

Dr. Rainer Demski: Sie sagen alle Versicherer, wie viele sind denn bei Ihnen im System integriert?

Marek Ullrich: Wir haben im Jahr 2020 zehn neue Versicherer dazu gewinnen können. Wenn wir wieder in Bildern sprechen, dann bezeichnet man diesen Schritt der Einigung auch gerne als Hochzeit. Vor diesem Jahr hatten wir 27 Versicherer-Systeme, die erreichbar waren. Letztendlich können auch mehrere Risikoträger über einen technischen Zugang erreicht werden. Wie zum Beispiel die Continentale und Europa oder der Volkswohl Bund und die Dortmunder. Da sind über eine Tür jeweils zwei Risikoträger erreichbar. Stand heute sind das 37 Systeme, die angebunden sind. Dahinter stecken dann aber deutlich mehr Risikoträger.

Dr. Rainer Demski: Auf der Website sieht man: Das ist die Crème de la Crème der Maklerversicherer. Wie kann man sich als Makler für diesen Service freischalten lassen?

Marek Ullrich: Die Freischaltung für den Makler läuft über unserer Website oben rechts unter dem Punkt „Mein Account“, dann „Neuen Account beantragen“. Darüber läuft die Registrierung bei easy Login. Das ist nichts anderes, als dass wir den Wunsch des Maklers entgegennehmen und dann an die dahinterliegenden Versicherer weiterleiten. Einer der Versicherer eröffnet dann für den Makler den Account. Wir haben auch ein kleines Video auf der Startseite dazu. Da sieht man nicht nur, was easy Login ist, sondern auch wie man an einen Account sowie die Freischaltungen für die einzelnen Versicherer kommt.

Dr. Rainer Demski: Was machen Makler, die andere Versicherer erreichen wollen, die noch nicht auf der Plattform dabei sind?

Marek Ullrich: Bei den Versicherern, die bei uns noch nicht dabei sind, sag ich den Maklern immer, dass sie ihren Maklerbetreuer ansprechen sollen, um nachzufragen, warum der Versicherer noch nicht mitmacht. Da sollen die Makler auch dafür Sorge tragen, die Versicherer mit zu überzeugen. Denn am Ende des Tages hat auch der Versicherer davon nur Vorteile. Er spart sich dadurch beispielsweise Kosten in Bezug auf Technologie, Support und auf die sehr aufwendige Sicherheits-Zertifizierung, bzw. Re-Zertifizierung.

Dr. Rainer Demski: Es sind ja bereits sehr viele Makler bei Ihnen auf der Plattform. Wie viele Accounts sind aktuell bei Ihnen angemeldet und wie viele nutzen schon TGIC?

Marek Ullrich: Wir haben insgesamt etwas über 22.000 aktivierte Accounts. Das bedeutet, das sind Nutzer, die zumindest mal initial ihren Account aktiviert haben. Und diese 22.000 Accounts wollen wir nun auf die neue TGIC-Technologie umstellen. In der Pilotphase des ersten Halbjahres haben rund 1.500 Nutzer Ihren Account erweitert, also haben das Loginverfahren auf TGIC umgestellt. In den Vollbetrieb sind wir dann im Juni gestartet. Das war ein guter Zeitpunkt, um das Projekt weiterhin sanft einzuführen. Mittlerweile sind wir bei knapp über 5.500 Accounts.

Dr. Rainer Demski: Ein neuer Nutzer wird ja vermutlich auch auf die neue Technologie gestellt. Ist es ein hoher Aufwand die bestehenden Nutzer umzustellen?

Marek Ullrich: Für die bestehenden Nutzer ist das überhaupt kein hoher Aufwand. Wichtig ist nur, dass sie wissen, dass sie dann auf das mobileTAN-Verfahren umstellen. Sie können sich weiterhin ganz normal über unsere Website einloggen und dort finden sie den Punkt „Account erweitern“. Führt der Nutzer alle Schritte unter diesem Punkt durch, bekommt er eine neue Benutzerkennung und ein neues Passwort und kann sich damit sofort wieder einloggen und innerhalb von fünf Minuten weiterarbeiten.

Dr. Rainer Demski: Das klingt ähnlich wie Online-Banking.

Marek Ullrich: Genau! Beim mobileTAN-Verfahren bekommt der Nutzer eine SMS, in der ein achtstelliger Einmalcode enthalten ist, den man eingeben muss.

Dr. Rainer Demski: Entscheidend ist für Vermittler auch immer die Frage der Kosten. Wie sieht das Lizenzmodell aus, wie rechnen Sie die Leistung ab?

Marek Ullrich: Die Kosten werden von der Brancheninitiative, also den Vereinsmitgliedern bzw. den angebundenen Versicherern bei der easy Login GmbH, getragen. Das heißt, es ist für die Vermittler vollkommen kostenfrei.

Dr. Rainer Demski: Neben der Portallösung gibt es auch noch die Software „easy Client“. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Marek Ullrich:Die Software „easy Client“ ist im Jahr 2011 entstanden. Die Initiative wollte zeigen, was Single Sign-On noch bedeutet, außer die einheitliche Anmeldung an Versichererportalen. Die Anmeldeverfahren von easy Login waren auch damals schon für so genannte BiPRO-Webservices geeignet. Im Jahr 2012 ist dann die Software easy Client an den Start gegangen, die wir gemeinsam mit unserem Dienstleistungspartner b-tix aus Düsseldorf den Maklern anbieten.

Dr. Rainer Demski: Sind die neuen Versicherer mit der TGIC-Technologie auch in dieser Software integriert?

Marek Ullrich: Auch das war ein fachlicher Meilenstein, den wir 2020 umgesetzt haben. Denn zum einen mussten wir die TGIC-Technologie für unsere Software nutzbar machen. Das heißt auch die neuen Versicherer mussten über den easy Client erreichbar sein.
Mit dem jüngsten Update Anfang Oktober dieses Jahres haben wir die ersten vier Versicherer angebunden, deren BiPRO Webservices mit der TGIC-Authentifizierung erreichbar sind.

Ein wichtiger Hinweis für unsere Nutzer: Wenn sie den Account auf TGIC-mobileTAN umstellen, dann erreichen sie mit der Software easy Client auch die Versicherer, die die TGIC-Technologie an ihren BiPRO-Services im Einsatz haben. Aber gleichzeitig sind auch die bisherigen Versicherer, die teilweise schon mehrere Jahre im easy Client dabei sind, weiterhin und unverändert erreichbar. Da steigt ganz klar der Mehrwert, wenn die Nutzer ihren Account auf TGIC-mobileTAN umstellen, oder wie wir sagen, erweitern.

Dr. Rainer Demski: Ein Blick in die Glaskugel: Wie sieht die Zukunft aus mit Themen wie Login und Co.?

Marek Ullrich: Das Thema der Loginverfahren ist ein Stück weit auch ein lästiges Thema für die Nutzer, das kennt man ja aus eigener Erfahrung. Eigentlich will man nur schnell ein Internetportal nutzen, scheitert aber zum Beispiel am vergessenen Passwort.

Der wesentliche Punkt unserer Aufgabe ist, dass wir Identitäten aus Fleisch und Blut, oder vielmehr die Identität einer Firma, in die digitale Welt transformieren. Denn nur so kann sich eine natürliche Person oder eine juristische Person im Internet bewegen. Die Frage ist also, wie mache ich aus dem Marek Ullrich von der easy Login GmbH eine digitale Identität?

Google, Amazon und Co. hocken auf genau diesen Identitäten und wissen ganz genau, was der Ullrich vergangene Woche alles bei Amazon bestellt hat. Es gibt eine europäische Initiative namens VERIMI, die versucht dem entgegenzuwirken.

Wenn ich jetzt auf unsere Initiative in der Versicherungsbranche schaue, dann muss ich auch ganz ehrlich eingestehen, dass das Thema des ausschließlichen Loginverfahrens mit mobileTAN nicht bei allen Maklern auf große Freude gestoßen ist. Denn manche Nutzer haben zum Beispiel keinen Handyempfang in ihrem Büro. Dieses Feedback der Nutzer haben wir ernst genommen. Deshalb sind wir gerade dabei mit unseren Dienstleistungspartnern ein alternatives Loginverfahren zu prüfen, um dieses dann gegebenenfalls ins Portal und in den easy Client einzubinden. Das bedarf allerdings etwas Geduld – nicht zuletzt aufgrund der vielen Akteure, die bei easy Login beteiligt sind.

Dr. Rainer Demski: Eine Abschlussfrage: easy Login ist auch als Aussteller auf der digitalen DKM mit am Start, Sie selbst sind auch dabei. Was erwarten Sie sich von diesem Digitalevent?

Marek Ullrich: Eigentlich das, was ich auch in den vergangenen 15 DKM’s erleben durfte: cooles Netzwerken, Austausch mit Bekannten, neue Kontakte und Ihren Kollegen Patrick Hamacher vielleicht mal kennenzulernen, der mir jetzt auf der Plattform auch schon begegnet ist (lacht).
Ich bin erstaunt, was in so kurzer Zeit digital auf die Beine gestellt wurde, und freue mich auf nächste Woche! Nur was mir fehlen wird, ist das Anstoßen mit einem kühlen Bier am Abend (lacht).

Übrigens: Unsere Ansprechpartner stehen Ihnen gerne während der Messezeit persönlich via Videotelefonie und/oder Chat zur Verfügung. Gerne können Sie auch schon im Vorfeld der DKM einen Termin vereinbaren und die Kontaktdaten austauschen. Schreiben Sie uns einfach über info@easy-login.de, wir freuen uns auf Sie!

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Über den Experten

Ullrich Marek

Marek Ullrich
Geschäftsführer easy Login

Sie wollen als Versicherungsgesellschaft oder Dienstleister die Services der easy Login GmbH nutzen oder haben Fragen zur Brancheninitiative Single Sign-On e.V.?
Gerne dürfen Sie sich auch telefonisch melden: 0921 75758-558 oder per Mail an ullrich@easy-login.de

Titelbild: © easy Login, Expertenbild: Marek Ullrich

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