Ein verändertes Mobilitätsverhalten fordert auch eine neue Sichtweise im Versicherungsschutz und zugleich gewinnt die umfassende Beratung an Bedeutung. Stefan Musat vom ACE Auto Club Europa e.V. erklärt, wie die Mobilität von morgen abgesichert werden kann.

Bereits lange vor der aktuellen Lage hat sich das Mobilitätsverhalten der Deutschen geändert. Das eigene Auto, eines der wesentlichen Fortbewegungsmittel im Alltag, bekam zunehmend Konkurrenz durch neue Formen der Mobilität. Ob Fahrrad oder E-Bike, E-Scooter oder die Nutzung von Carsharing-Angeboten, die Bandbreite der Optionen nimmt ständig zu. Aber auch der steigende Absatz von Elektroautos erfordert ein Umdenken in der täglichen Organisation. Schließlich ist üblicherweise jeder täglich 80 Minuten im Schnitt unterwegs. Die Strecke von A nach B hat sich nicht verändert, die Art und Weise beziehungsweise das Nutzungsverhalten haben sich aber einer beispiellosen Veränderung unterzogen. In der logischen Konsequenz muss damit auch das Versicherungsangebot diese Bandbreite abdecken und den Kunden individuelle Lösungen offerieren.

Das Fahrrad und E-Bike, der Beginn von speziellen Angeboten

Bis vor einigen Jahren noch war die klassische Absicherung von Fahrrädern in der Hausratversicherung zu finden. Den Bedarf erfragte oftmals der Versicherungsvermittler oder -makler. Mit der Zunahme an teuren Zweirädern und dem Boom der E-Bikes gewannen dann aber zunehmend auch spezifische Versicherungen an Bedeutung. Für den Verbraucher und den Berater. Erste Ansätze, die passenden Versicherungsangebote über Fahrradhändler zu platzieren, erschienen logisch und zielgerichtet, erwiesen sich in der Praxis aber als weniger praktikabel. Fachberater im Einzelhandel sind zwar direkt am Point of Sale zu finden, verfügen aber oftmals nicht über die fundierte Ausbildung und Produktschulung, den gesamten Bedarf passgenau abzusichern.

So ist es nicht verwunderlich, dass verschiedene Tippgebermodelle, ja sogar Maßnahmen zur Gewinnung von qualifizierten Leads, sich hier nicht nachhaltig etablieren konnten. Die Vermutung war, dort, wo der Kunde sein neues Fahrrad oder E-Bike kauft, kann doch gleich der passende Versicherungsschutz angeboten werden. Die Versicherungsbranche konnte in dem Segment keinen neuen direkten Vertriebskanal gewinnen. Stattdessen folgten die Bedarfsanalyse und Beratung im Nachgang. Der Absatz von Special Interest Versicherungsprodukten, wie in diesem Fall, findet entweder direkt durch den Verbraucher oder über die persönliche Beratung statt.

Wohin geht die Reise?

Ob Fahrrad- oder E-Bike-Versicherung, die Absicherung für Wohnmobile und deren Inhalt oder der boomende Markt der Elektrofahrzeuge: Die Absicherung der Mobilität wird zunehmender komplexer und damit auch beratungsintensiver. Früher konnten Verbraucher bei der Absicherung ihrer Fahrzeuge noch zwischen Teil- und Vollkasko auswählen und je nach Bedarf den Schutzbrief oder die Clubmitgliedschaft für den Pannenfall ergänzen. Ein Blick auf das aktuelle Themenfeld zeigt, dass die Vielfalt an Absicherungsmöglichkeiten zugenommen hat. Damit steigen auch die Auswahloptionen für den passenden Versicherungsschutz. Nicht umsonst führen Vergleichsportale wie Check24 neben einem klassischen Kfz-Vergleich auch Schutzbrief- und Automobilclubvergleiche oder Fahrradkaskoversicherungen in ihrem Portfolio.

Verivox bietet sogar einen eigenen E-Scooter-Vergleich an. Das Angebot für den Kunden wird immer breiter. Dabei passen sich Versicherungslösungen lediglich der aktuellen Nachfrage an. Kunden können für ihr Wohnmobil neben einer klassischen Teil- und Vollkaskoversicherung auch eine Inhaltsversicherung abschließen, die das Inventar mit abdeckt. Die Absicherung für das Fahrrad oder E-Bike reicht zwischenzeitlich vom Diebstahl bis hin zur Reparatur und einem vollwertigen Fahrradschutzbrief inklusive. Wer oft auf Sharingangebote zurückgreift, sollte die Absicherung im Pannenfall prüfen und für mehrfache Mietwagen-Nutzer gibt es spezielle Absicherung der jährlichen Selbstbeteiligung. 

Mobilität der Zukunft: Vielfalt als Chance

Bei all den Angeboten ist es schwierig, den Überblick zu bewahren. Der Auto Club Europa setzt beispielsweise auf die ganzheitliche Absicherung beim Thema Pannen- und Unfallhilfe. Unabhängig davon, ob es das eigene Kfz, Fahrrad oder E-Bike ist. Denn der Kunde ist bei weitem nicht nur mit einem Fortbewegungsmittel unterwegs. Auch wenn die Mobilität in den letzten Monaten reduziert war und das Homeoffice an Bedeutung gewonnen hat, so sind verschiedene Fortbewegungsmittel in einem Haushalt mittlerweile mehr Standard als die Ausnahme. Dafür bedarf es nicht nur passender Schutzbriefleistungen, sondern auch moderner Versicherungslösungen. Von der Kfz-Versicherung bis zur Rechtsschutzversicherung. Für den Privatkunden, den Gewerbekunden als auch den Berater.

Über den Experten

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Stefan Musat 

Leiter Vertriebssteuerung der ACE-Wirtschaftsdienst GmbH

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Titelbild: © ACE-Wirtschaftsdienst GmbH