Absicherung von Tauchbasen: Fernab vom Standardgeschäft

Tauch-Versicherungs-Experte Timo Vierow im Interview

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Redaktion: Als Versicherungsmakler hast Du Dich auf die Taucher-Community spezialisiert. In dem Kontext geht es nicht nur um die Absicherung von Tauchern, sondern auch von Gewerbebetrieben wie Tauchbasen. Wie sieht das Risikoprofil einer Tauchbasis aus, welche Gefahren lauern dort auf die Betreiber?

Timo Vierow: Das Geschäft von Tauchbasen ist sehr vielfältig und geht weit über das klassische Ladengeschäft hinaus. In der Regel gibt es vor Ort eine Schule, es wird unterrichtet, es wird im Wasser ausgebildet und trainiert, in den Locations gibt es technisches Equipment wie Kompressoranlagen und weitere Gefahrenquellen. Viele Tauchbasen sind aber auch medial unterwegs, affin für Social Media, haben eine Website, vielfach auch einen Webshop.

Viele Tauchbasen haben auch einen recht großen Mitarbeiterstamm mit Tauchlehrern, Assistenten und anderem Personal, teils auch im Saisongeschäft, ein zusätzliches Thema für die Betriebshaftpflicht. Dann haben Tauchbasen vielfach auch Leihausrüstungen, die auch unterwegs genutzt werden – da können dann schon mehrere Tausend Euro von der Basis zum See transportiert werden.

Also kurz gesagt: Mit einer klassischen Absicherung für Gewerbebetriebe kommen wir in dem Fall nicht weit.

Redaktion: Warum sollten Tauchbasen sich von einem Branchenprofi beraten lassen?

Timo Vierow: Der Branchenexperte hat einen besonderen Vorteil: Er versteht beide Seiten, die der Versicherer ebenso wie die Besonderheiten im Tauchsport. Hier kommen zwei sehr spezielle Welten zusammen. Entscheidend ist dabei, dass man die teils sehr individuelle Situation der jeweiligen Kunden, der Versicherungsnehmer, kennt und auch auf Gefahren hinweisen kann, die vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Redaktion: Wie sieht aus Deiner Sicht ein optimales Deckungskonzept für Tauchbasen aus?

Timo Vierow: Das ist schon recht komplex, wir haben an unserem Konzept über ein Jahr lang gearbeitet, um alle Optionen der Tauchbranche auch modular abzudecken. Wir haben dazu mit dem Spezialversicherer Hiscox ein entsprechendes Konzept entwickelt.

Highlights sind zum Beispiel die Haftpflichtversicherung, in der alle Mitarbeiter eine Tauchbasis inkludiert sind, ob fest angestellt oder freiberuflich. Dann haben wir sämtliche Tauchgänge versichert, egal ob geguided oder in der Ausbildung. Dann haben wir die Organisation von Ausfahrten und Reisen abgedeckt, ein Punkt, der in einer marktüblichen Betriebshaftpflicht oft nicht enthalten ist.

Alles in allem gibt es aus meiner Kenntnis für den europäischen Markt aktuell kein vergleichbares Konzept – und das nicht nur in der Leistung, sondern sicher auch im Preis. Ein wesentlicher Vorteil dabei ist auch, dass der Kunde sein individuelles Deckungskonzept in einem Vertragswerk bei einem Versicherer erhält. Außerdem gibt es zusätzlich immer die Option, auch spezielle Sonderrisiken abzudecken.

Redaktion: Tauchbasen sind oft auch in Verbänden organisiert. Welche Rolle spielen diese Verbände, und worauf sollten Verbände bei der Auswahl ihrer Partner für Versicherungslösungen achten?

Timo Vierow: Zunächst sollte der Verband genau darauf schauen, was ihr Mitglied, was die einzelne Tauchbasis wirklich braucht. In diesem Kontext beraten wir auch den einen oder anderen Verband recht intensiv und passen die Lösungen entsprechend der Mitglieder an. In dem Kontext gibt es auch Verbandskonzepte, zum Beispiel in der Haftpflichtversicherung. Und natürlich verhandeln wir dann auch, wenn möglich, entsprechende Sonderkonditionen. Manche Verbände arbeiten auch mit Mindestvorgaben, die wir alle mit unser Versicherung (über-)erfüllen.

Redaktion: Wo kann man sich dazu näher informieren?

Am besten auf unserer Website https://tauch.versicherung – und natürlich im persönlichen Gespräch.

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